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Pressemitteilung

Prof. Karl Auerswald mit Vortragsveranstaltung bei der ÖDP:

Hochwasser, Dürre und die Rolle von Landschaftswasserhaushalt und Boden im Klimawandel

von links nach rechts: Konrad Pöppel (ÖDP Stadtrat und dritter Bürgermeister), Peter Gogl von der ÖDP Mainburg, der den Abend moderierte, Landtagsdirektkandidat Dr. Ralf Schramm, Referent Prof. Karl Auerswald, Bezirkstagsdirektkandidatin Annette Setzensack und Bernd Wimmer, Listenkandidat für den Landtag. Fotoquelle: Enikö Schramm

Im Steinbacher Hopfenhaus stellten sich kürzlich die Kandidaten der ÖDP für die Landtags- und Bezirkstagswahl am 8. Oktober im Stimmkreis Kelheim vor. Eingeladen hatte das Kandidatenteam mit Prof. Karl Auerswald von der TU München einen Experten für Bodenphysik und Erosionsschutz. Er erklärte den 25 Gästen im Steinbacher Hopfenhaus, dass neben dem CO2 verursachten Klimawandel auch der Landnutzungswandel zu Überflutungen, Dürre und Hitze führt. Überraschend für die Teilnehmer der Veranstaltung war die Erkenntnis, dass Heckenpflanzungen durch den Wind- und damit Verdunstungsschutz zu einem signifikant höheren Ertrag bei landwirtschaftlichen Nutzflächen führen.

Überflutungen und Trockenheit nehmen seit etlichen Jahren enorm zu. Der CO2-verursachte Klimawandel verändert dabei nur unwesentlich die Menge des Niederschlags und der Verdunstung. Seine Wirkung besteht vor allem darin, dass bei Starkregen Oberflächenabfluss entsteht und rasch abfließt. Dadurch entstehen Überflutungen und anschließend Dürre und Hitze. Noch viel stärker als der CO2-verursachte Klimawandel wirkt allerdings der Landnutzungswandel in diese Richtung. Die Böden wurden versiegelt, verdichtet und drainiert. Dadurch fließt Wasser zu schnell aus der Landschaft ab. Überflutung, Dürre und Hitze sind die Folge. Dürre und Hitze wirken selbstverstärkend, breiten sich dominoartig aus und werden daher immer stärker. Anstatt die Landschaft und die Landnutzung klimaresistent zu gestalten, wurden sie durch die von Gesellschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft verfolgte und akzeptierte Effizienzsteigerung besonders verletzlich. Allein den CO2-Anstieg zu mindern hilft daher wenig. Die Pufferfunktion des Bodens muss wiederhergestellt werden, wenn Hochwasser, Dürre und Hitzewellen vermieden werden. Die Gäste der Versammlung im Steinbacher Hopfenhaus diskutierten intensiv und kompetent mit Prof. Karl Auerswald. Einig war man darin, dass der Flächenverbrauch zumindest auf null gebracht werden müsse.

Bernd Wimmer, Landtagslistenkandidat der ÖDP, erläuterte, dass "in Bayern in 2021 über 10 Hektar täglich, was 15 Fußballfeldern entspricht, zugebaut wurden." Prof. Karl Auerswald pflichtete dem bei und mahnte, dass der Flächenverbrauch notwendigerweise durch Entsiegelung sogar teilweise wieder rückgängig gemacht werden müsste. Wimmer kritisierte die Untätigkeit der bayerischen Landesregierung beim Thema Boden, Erosion und Flächenverbrauch. Er erinnerte daran, dass Ministerpräsident Markus Söder 2022 nur in 5 von 31 Landtagssitzungen anwesend war. "Das ist eine Missachtung des Parlaments und eines amtierenden Ministerpräsidenten nicht würdig und nicht angemessen," so Wimmer. Im Falle seiner Wahl in den Landtag gab Bernd Wimmer das Versprechen ab, die Hälfte seiner Abgeordnetenbezüge und Diäten zugunsten wohltätiger Organisationen zu spenden.

Bezirkstagsdirektkandidatin Annette Setzensack, die der ÖDP mit ihrem Engagement zu einem zweiten Mandat im Bezirkstag Niederbayern verhelfen will, stellte sich im Rahmen der Vortragsveranstaltung kurz vor. Seit Jahren tritt die Stadt- und Kreisrätin konsequent für weniger Flächenverbrauch und Bodenversiegelung ein. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist ihr ein zentrales Anliegen. Aber auch soziale Belange will sie bearbeiten, wie die dringend notwendige Verbesserung der fachärztlichen Versorgung, akut im Bereich der Jugendpsychiatrie, neben ihren kommunalpolitischen Schwerpunktthemen Energie- und Mobilitätswende. Paul Angermeier, Jahrgang 1974, ist Förderschullehrer und kandidiert als Listenkandidat für den Bezirkstag. Er ist verheiratet hat zwei Kinder und wohnt in Langquaid. Seit über 25 Jahren ist er ÖDP-Mitglied und konnte an der Veranstaltung im Steinbacher Hopfenhaus aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen.

Dr. Ralf Schramm, Landtagsdirektkandidat aus Attenhofen, griff die Aussage von Prof. Auerswald auf, dass die Landnutzung erheblich zum Klimawandel beitrage, während man in den Medien aber hauptsächlich nur vom CO2-getriebenen Klimawandel höre. Schramm merkte an, dass für eine objektive politische und gesellschaftliche Diskussion aber alle Karten offen auf den Tisch gelegt werden müssten. Er frage sich, in wessen Interesse diese Schieflage in  der öffentlichen Darstellung wohl sein könnte. Der 64-jährige Physiker aus Attenhofen betonte, dass er seit drei Jahren als einzige Opposition im Gemeinderat von Attenhofen sitze. Er wies darauf hin, dass der ÖDP-Ortsverband ein Bürgerblatt mit Hintergrundinformationen herausgibt. Die sollen dem Bürger einen Umgang mit den Behörden auf Augenhöhe ermöglichen. Nach seinem Eindruck schirmen sich die öffentlichen Verwaltungen mehr und mehr vor Bürgern ab, die Kritik üben, so Schramm. Daher will er sein Mandat im Landtag nutzen, mehr Bürgerfreundlichkeit in den Verwaltungen zu erreichen.

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