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Pressemitteilung

Alternative zum Stadt-KEXI – Express-Anbindung zum Bahnhof Rohrbach einmalige Chance

Die Fraktionssprecherin der ÖDP im Stadtrat, Annette Setzensack, erläutert ihre aktuelle Position zum ÖPNV in einer Pressemitteilung.

Annette Setzensack (ÖDP Kreis- und Stadträtin)

Die ÖDP spricht sich seit Jahren für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs aus. Zum einen sollte jedem Bürger ein ausreichendes Mobilitätsangebot (Grundversorgung) gemacht werden, zum anderen kann Klima- und Umweltschutz im Verkehrssektor, also eine echte Verkehrswende, nur mit einer Reduzierung des PKW-Individualverkehrs erreicht werden, schreibt Setzensack. Daher sollten ihrer Meinung nach vor allem auch Pendler vom Ausbau des ÖPNV auf den Hauptverbindungsstrecken profitieren. Grundsätzlich stehe die ÖDP daher natürlich einem On-Demand-Verkehr im Stadtgebiet positiv gegenüber. Allerdings verursache der „Stadt-KEXI“ sehr hohen Kosten von insgesamt ca. 9 Euro pro Fahrt und - nach Auslaufen der stark geförderten Anfangsjahre - langfristig ein zu erwartendes Defizit von ca. 200.000 – 250.000 Euro jährlich für die Stadt. Deshalb müsse überlegt werden, ob nicht anderweitig ein gutes und sogar passenderes Angebot für die Zielgruppe mit dem dringendsten Bedarf, die Senioren und Personen mit Mobilitätseinschränkung, gemacht werden kann. Setzensack zieht hier das Beispiel der Stadt Erlangen heran, wo der Wohlfahrtsverband AWO einen Bürgerbus für Senioren ab 60 Jahren betreibt. Einige Ehrenamtliche stehen gegen Aufwandsentschädigung als Fahrer zur Verfügung, das Fahrzeug wurde von einem ansässigen Geldinstitut gespendet. Die Busfahrten sind kostenlos bzw. auf Spendenbasis, was nach Angabe der Verantwortlichen gut funktioniert und angenommen wird. Das jährliche Defizit von 20.000 bis 25.000 Euro sowie die Betriebskosten für das Fahrzeug trägt eine Bürgerstiftung. Laut Setzensack hat die ÖDP-Fraktion beantragt, zu prüfen, inwieweit ein ähnliches Modell unter Einbeziehung eines lokalen Sozialverbands verwirklicht werden kann. Unsere Stadt- und Kreisrätin sieht hohes Potenzial, in Verbindung mit einem zu erweiternden Angebot des „Betreuten Fahrens“, das es in Mainburg bereits gibt, ein ideal auf die Senioren zugeschnittenes Angebot bereitstellen zu können. Im Unterschied zum KEXI würden die Fahrgäste unter anderem von zu Hause abgeholt und müssten nicht zu einem Haltepunkt laufen, und von dort eventuell auch noch ihre Einkäufe heimschleppen. Dies sei für manche ältere Leute gar nicht machbar. Die Kosten eines solchen „Seniorenbusses“ wären im Vergleich zum On-Demand-Verkehr KEXI überschaubar. „Das Stadtgebiet in Mainburg ist flächenmäßig so strukturiert, dass jüngere und nicht eingeschränkte Personen mit dem Fahrrad oder zu Fuß doch eigentlich akzeptabel zurechtkommen“. Und: Statt den hohen jährlichen Ausgaben für den Stadt-KEXI würde Setzensack lieber in ein Car-Sharing-Angebot und dezentrale Lastenrad-Verleihstationen, auch in den Ortsteilen, investieren – und nicht zuletzt in eine gute Anbindung der Mainburger zum Bahnhof in Rohrbach, über die der Stadtrat auch in der kommenden Woche entscheiden wird. „Es wäre ein großer Fehler, wenn die seit langen Jahren geforderte Anbindung an den nächstgelegenen Bahnhof, für die der Landkreis Kelheim bereits die Übernahme von 43% des Defizits zugesagt hat, nun zu Gunsten einen Stadt-KEXI scheitern würde“. Auch sie habe sich als Mitglied des Mobilitätsausschusses des Landkreises seit Jahren für die Anbindung eingesetzt. Die laufenden Kosten für die Stadt beliefen sich in etwa auf ein Fünftel der Kosten des Stadt-KEXI. Setzensack betrachtet die Express-Rufbuslinie nach Rohrbach, die perfekt auf die stündlich fahrenden Züge von und nach München Hauptbahnhof ausgerichtet sein wird, als große Chance und als Standortfaktor für Mainburg, nicht zuletzt auch als Industriestandort mit baldigem Technologiecampus. Der Münchner Hauptbahnhof ist damit in 65 Minuten von Mainburg aus erreichbar, ein Quantensprung für die öffentliche Anbindung nach München. Aber auch die Züge nach Norden in Richtung Nürnberg sind mit einer kurzen Wartezeit gut erreichbar. Unsere ÖDP-Stadträtin sieht großes Potenzial für eine gute Nutzung, da nicht zuletzt nun mit Einführung des 29 bzw. 49 Euro-Tickets ein hoher Anreiz für den Einstieg in Bus&Bahn gegeben ist und die Nutzer des Deutschlandtickets künftig den Bus nach Rohrbach kostenlos nutzen können. Gerade Berufspendler oder Studenten würden profitieren, aber die von Montag bis Samstag eingerichtete, per Telefon und App buchbare Linie stelle auch eine sehr attraktive Verbindung für den Freizeitverkehr dar. Insbesondere könnten Deutschlandticket-Inhaber, also gerade auch junge Leute, das Kino in Wolnzach oder andere Ziele schnell und kostenlos erreichen. „Niemand wird verstehen, wenn die Mainburger zwar mit dem KEXI in der Stadt herumfahren können, aber man ansonsten außer nach Freising nach wie vor nirgends hinkommt“, prophezeit unsere Stadt- und Kreisrätin. Eine Ausschreibung wurde als Option im Rahmen des Land-KEXI vom Landratsamt bereits durchgeführt, der Bus nach Rohrbach startet planmäßig schon im Oktober 2023. Würde das Angebot nun ausgeschlagen, wäre die Chance auf eine öffentliche Anbindung an Rohrbach, um die sich auch die Verantwortlichen im Landratsamt in Verbindung mit dem Land-KEXI sehr bemüht hätten, auf lange Jahre vergeben.

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