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„Weg von Öl und Gas“:

ÖDP Mainburg zu Gast bei Energieexperte Herbert Hofer

ÖDP Mainburg bei Hofer Solar

Die Teilnehmer an der Betriebsbesichtung. Ganz vorne links Herbert Hofer und ganz vorne rechts Bernd Wimmer. Foto: Gamze Caglar

Auf Einladung der Firma Hofer Solar besuchten Mitglieder der ÖDP Mainburg um Ortsvorsitzenden Bernd Wimmer und Interessierte kürzlich den in Rudelzhausen ansässigen Installationsbetrieb. Die 16 Teilnehmer, darunter die beiden ÖDP-Stadträte Annette Setzensack und dritter Bürgermeister Konrad Pöppel, informierten sich drei Stunden lang über die lokale Energiewende in der Praxis. Bei der Betriebsführung konnte Herbert Hofer die Probleme, vor allem aber auch die Chancen, die das Handwerk, hat aufzeigen. "Wir gehen seit mehr als 20 Jahren andere, erneuerbare Wege und beraten unserer Kunden umfassend. Und wir machen das gerne, mit viel Herz und Sachverstand", so der Firmenchef.

In einem kurzweiligen Referat erläuterte Hofer die aus seiner Sicht in vielen Gebäuden sinnvolle Pelletsheizung, die derzeit staatlich gefördert wird, und die Wärmepumpe. Hofer betonte, dass er grundsätzlich eine Solarthermieanlage dazu verkaufe. "Pellets sind zu schade um nicht mit Sonnenenergie kombiniert zu werden. Ich verstehe die Kollegen nicht, die eine Pelletsheizung ohne Solar verkaufen und damit Verschwendung propagieren", erklärt Hofer. Gerade einen nachwachsenden Brennstoff solle man so effizient wie möglich einsetzen. Er zeigte auch die Grenzen der Wärmepumpe auf. "In einem älteren unsanierten Gebäude werden die Eigentümer oft nicht glücklich. Entweder bleibt es kalt oder die Stromrechnung explodiert. Ob ein effizienter Einsatz einer Wärmepumpe möglich ist, muss vorher genau analysiert werden. Die von der Industrie verbreiteten "geht immer"-Aussagen, halten unseren Erfahrungen nicht stand", monierte der Energieexperte. Hofer zufolge gibt es nicht die eine Lösung. Er stellte auch die Frage nach der Verfügbarkeit erneuerbaren Stroms angesichts des hohen künftigen Bedarfs.

Diese Frage treibt auch die ÖDP um, wie Stadt- und Kreisrätin Annette Setzensack bestätigte. Ohne einen massiven Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung mit Windkraft und Photovoltaik ist die Energiewende aus ihrer Sicht nicht möglich. "Biomasse wie Pellets und Holz haben gerade auf dem Land noch Ausbaupotenzial", pflichtete sie Hofer bei, allerdings sei dies in Bezug auf den gesamten Gebäudebestand hierzulande doch begrenzt. Um weg von Öl und Gas zu kommen, wird es daher ohne Elektrifizierung der Wärmeversorgung mittels Wärmepumpen nicht gehen. Dies ist das Ergebnis von mehreren Studien, die Wege zur Klimaneutralität in der Bundesrepublik untersucht haben. "Auch Geothermie hat gerade in Süddeutschland noch Potenzial“, so Setzensack.

"In Altbauten ist die Sanierung und Dämmung möglichst mit natürlichen Materialien wichtig, um Energie einzusparen", erläuterte Mainburgs ÖDP-Ortsvorsitzender Bernd Wimmer. Die dezentrale Energiewende kann ihm zufolge nur dann gelingen, wenn der Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz berücksichtigt und auch wirklich tatkräftig umgesetzt wird. Bernd Wimmer, Kandidat bei der Landtagswahl am 8. Oktober im Stimmkreis Kelheim, stellte massive Versäumnisse der bayerischen Staatsregierung bei der Energiewende in den letzten zwei Jahrzehnten fest. "Denn in manchen Gegenden sind die Stromleitungsnetze ungenügend ausgebaut. In Bayern muss daher zeitweise Strom aus Photovoltaik abgeregelt werden", beklagte Wimmer diese Verschwendung von Energie.

Die Teilnehmer an der Betriebsbesichtigung stimmten mit Herbert Hofer überein, dass der solaren Deckungsanteil und insgesamt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung maximiert werden muss. Allen war klar, dass es nicht ausreicht, einfach fossile Energie durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Für eine überzeugende Energiewende ist laut Firmenchef Hofer daher der richtige Energiemix, mit möglichst viel Sonne, genauso wichtig wie ein sparsamer Umgang mit Energie. Jeder Hausbesitzer kann dazu beitragen: "Wenn nicht der Kessel getauscht wird, sollte zumindest eine große Solarwärmeanlage installiert werden". Gerade bei verunsicherten Gaskunden, die nicht so einfach auf andere Energieformen wechseln könnten, wäre dies eine einfache Option, den Gasverbrauch deutlich zu senken. Nach dem Besuch bedankte sich Bernd Wimmer namens der ÖDP Mainburg bei Herbert Hofer für die Einladung, die aufschlussreichen Informationen und nicht zuletzt für den jahrzehntelangen Beitrag seiner Firma zum Ausbau der erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung.

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