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Pressemitteilung

ÖDP Mainburg besuchte Stadtmuseum:

"VielFalter" im Biotopverbund Mainburg

Die Besuchergruppe der ÖDP Mainburg im Stadtmuseum. Ganz rechts die Leiterin des Stadtmuseums, Renate Buchberger, links daneben Umweltfreferent und dritter Bürgermeister (ÖDP) Konrad Pöppel, neben ihm ÖDP-Ortsvorsitzender Bernd Wimmer und dritter von links ÖDP Gemeinderat Ralf Schramm. Quelle: ÖDP Mainburg

Am vergangenen Sonntag lernte ein Gruppe um ÖDP Ortsvorsitzenden Bernd Wimmer viel Interessantes und Neues über Tag- und Nachtfalter im Biotopverbund Mainburg hinzu. Dritter Bürgermeister Konrad Pöppel (ÖDP), stellte dieses Thema der als Natur- und Umweltreferent der Stadt sowie als Kelheimer Kreisvorsitzender des BUND Naturschutz samt einigen spezifischen lokalen Details zu Schmetterlingen vor.

Nach einem Stadtratsbeschluss von 1991 zur Realisierung eines Biotopverbundes auf dem Gebiet der Stadt Mainburg wurde 1993, also vor 30 Jahren, mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen. Die Jahre zuvor wurden von der Stadt Mainburg erste Flächen zum Zwecke des Naturschutzes aufgekauft, weil die Blütenpracht der Wiesen damals am Verschwinden war. Der aktuelle Stadtrat hat dazu ein Projekt zur Fortführung in den nächsten Jahrzehnten mit großzügiger Förderung durch die Regierung von Niederbayern beschlossen. In diesem Kontext kam es zu der Ausstellung durch die freundliche Unterstützung des Stadtmuseums unter Leiterin Renate Buchberger.

Der Landschaftspflegeverband Kelheim mit seiner Projektleiterin zum "Biotopverbund Mainburg 30", Veronika Stiglmaier, widmete den Schmetterlingen eine eigene Ausstellung. Unter den Insekten ist das die attraktivste Gruppe. Wie alle Insekten sind auch sie von einem starken Rückgang an Individuen, aber auch Arten, betroffen. Neben den Tagfaltern werden in der Ausstellung auch die Nachtfalter vorgestellt. Letztere sind zwar unscheinbarer, aber kommen mit etwa zehnmal mehr Arten bei uns vor. Sie erfüllen wichtige Funktionen in Ökosystemen zum Beispiel bei der Bestäubung von Blüten, die sich nur nachts öffnen oder sie sind auch Nahrung für Fledermäuse und andere Tiere. Zu den lokalen Besonderheiten gehören im Gemeindegebiet gehört der Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der aber die letzten zwei Jahren nicht nachgewiesen werden konnte. Andere seltene Arten sind der Kronwickenbläuling oder der Himmelblaue Bläuling.

Im Rahmen des aktuellen Projekts wurden im letzten Jahr als Artengruppen Amphibien, Heuschrecken und Vögel untersucht, die schon vor 30 Jahren kartiert worden waren. Zu den Ergebnissen gehört, dass die häufigen Lurche wie Erdkröte, Grasfrosch, Berg- und Teichmolch tendenziell abgenommen haben. Bei den Heuschrecken wurde kaum ein Rückgang an Arten festgestellt, da diese primär in Trockenbereichen untersucht wurden, die noch dazu meist seit Jahrzehnten vom Landschaftspflegeverband  fachmännisch bewirtschaftet wurden. Ferner kommt diesen Arten auch der Klimawandel entgegen. Interessant war trotzdem, dass die vor 30 Jahren festgestellten Häufigkeiten nicht mehr bestätigt werden konnten. Bei den Vögeln nun gab es gegenläufige Tendenzen. So wanderte die Heidelerche in das Gemeindegebiet ein, die im Landkreis Pfaffenhofen langjährig durch ein Projekt gefördert worden ist. Die Brutvögel in den Feuchtwiesen hingegen sind nahezu vollständig verschwunden. Von den vor 30 Jahren noch festgestellten acht Kiebitz-Paaren wurde kein einziges mehr nachgewiesen.

Das Fazit: viele Arten werden von der Gesamtpopulation her gesehen weniger oder verschwinden. Bedingt durch die Zunahme der Jahresmitteltemperaturen durch den Klimawandel oder wegen Artenschutzprojekten wandern einige wenige neue Arten ein, vor allem mobile wie Vögel oder Fluginsekten. Die über Jahrzehnte vom Landschaftspflegeverband betreuten Flächen erwiesen sich größtenteils als Archen für seltene Tier- und Pflanzenarten, auf denen ein Überleben noch möglich war. Klar wurde den Teilnehmern der Besuchergruppe, dass angesichts des Artenverlustes das von der ÖDP initiierte erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" für mehr Artenvielfalt dringend notwendig war und ist. Landtagskandidat Bernd Wimmer erinnerte daran, dass der Mensch die letzten Jahrzehnte viel zu stark und zu unsensibel in die Natur eingegriffen hat, was nur mehr teilweise aufgefangen werden kann. "Zum Artenschutz gehört auch Klimaschutz und umgekehrt. Wir brauchen mehr Bewusstsein für Artenschutz, wozu auch der Biotopverbund Mainburg einen überaus wichtigen Beitrag liefert," erklärte Wimmer. Er bedankte sich bei Konrad Pöppel für die interessanten und aufschlussreichen Informationen und seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Artenvielfalt in und um Mainburg.

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