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Vortrag "Energieerzeugung der Zukunft" beim online-Stammtisch der ÖDP

Josef Gold: "Wir müssen Klimaneutralität erreichen!"

Wie sieht unsere Energieversorgung aus, wenn wir in Deutschland klimaneutral sein werden? Diese spannende Frage versuchte Josef Gold, ÖDP-Kreisrat und jahrzehntelang berufstätig in Solar- und Windkraftbranche, in einem online Vortrag auf Einladung des ÖDP-Ortsverbandes Mainburg zu beantworten. Sieht man sich die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten 30 Jahren an, sieht man die enormen Fortschritte.

So baut 2022 die Firma Vestas eine Windkraftanlage mit einem Rotordurchmesser von 236 Meter. Diese soll jährlich offshore 75 Millionen kWh Strom produzieren und hat eine Leistung von 15 MW. Solarstrom hat sich in den letzten um den Faktor 10 verbilligt. 2020 war das erste Jahr, in dem die erneuerbaren Energien mehr Strom erzeugt haben als fossile und atomare Kraftwerke. Dabei war Windstrom mit einem Anteil von 27 % die wichtigste Stromerzeugungsart.

Um die Energieversorgung sicher zu stellen, brauchen wir Josef Gold zufolge einen unterschiedlichen Strommix aus erneuerbaren Energien, wobei aber nur Sonne und Wind das Potenzial zum nachhaltigen Wachstum haben. Weil sich der Stromverbrauch in 20 Jahren auf das 2,5 fache erhöhen wird, bedeutet das, dass wir mehr als das 6-fache der jetzigen Kapazität brauchen. Bei den PkWs wird sich das rein elektrische Auto wegen des besseren Wirkungsgrades durchsetzen. Denn für Wasserstoff-Autos wird das 3-fache an Energie benötigt, für Autos mit synthetischen Kraftstoffen sogar das 5-fache der Energie im Vergleich zu rein elektrischen Autos.

Josef Gold skizzierte im zweiten Teil seines Vortrages: "Wasserstoff brauchen wir bei der Stahl,- Chemie- und Zementindustrie, ebenso im Schwerlastverkehr und bei den Schiffen. Synthetische, flüssige Kraftstoffen werden bei dem Flugverkehr benötigt, hier kommen wohl auch biobasierte Kraftstoffen zu Einsatz. Wasserstoff muss mit Strom aus Sonne und Wind hergestellt werden. Beim Wasserstoff ist nicht dessen Herstellung ein Problem, sondern deren Speicherung und Transport. Entscheidend bei der Verwendung der unterschiedlichen Energieträger ist immer deren Gesamtwirkungsgrad. Deshalb macht es keinen Sinn, Wohnhäuser mit Wasserstoff zu beheizen. Hier sollte eine Wärmepumpe eingesetzt werden oder Nahwärmesysteme mit Biomasse. Für die Umsetzung einer erneuerbaren Energieversorgung fehlt es immer noch an den politischen Willen."

Der Bundestagsdirektkandidat der ÖDP im Stimmkreis 228 Kelheim/Landshut Bernd Wimmer pflichtete Josef Gold bei und forderte von den Regierungen Taten statt Worte. "Die Bundesrepublik und die EU müssen so schnell wie möglich Krimaneutralität erreichen. Dazu gehört eine dezentrale Energiewende mit einem schlüssigem Gesamtkonzept, um das 1,5 Grad Ziel einhalten zu können," so Wimmer. Viele Wissenschaftler befürchten, dass so genannte Kipppunkte schon in wenigen Jahren eintreten könnten, an denen sich das Klima rasant ändern könnte. "Die Technik, um den menschengemachten Klimawandel zu stoppen, gibt es schon lange. Die Bundesrepublik und die EU profitieren auch wirtschaftlich durch technologischen Vorsprung," führte Wimmer aus. Der Bundestagsdirektkandidat der ÖDP betonte aber auch, dass wir unsere Lebensweise ändern müssten, nämlich weniger Konsum und weniger Wirtschaftswachstum, dafür mehr Lebensqualität.

Die Teilnehmer des online-Stammtisches der ÖDP Mainburg (Quelle screenshot: Josef Gold)