Ralf Schramm kandidiert als Bürgermeister

ÖDP schickt 61-jährigen Walkertshofener ins Rennen - Sieben Bewerber auf der Liste

Presseartikel in der Hallertauer Zeitung vom 11.11.2019

Attenhofen. Ralf Schramm wird den amtierenden Bürgermeister Franz Stiglmaier von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Attenhofen bei den Kommunalwahlen am 15. März nächsten Jahres herausfordern. Die ÖDP schickt den 61-jährigen promovierten Physiker ins Rennen und tritt mit sieben Bewerbern für den Gemeinderat an. Ziel der neuen Gruppierung ist nach den Worten ihres Spitzenkandidaten mehr Transparenz und eine bessere Informationspolitik der Kommune.

Von Harry Bruckmeier „Für den Bürger - mit dem Bürger.“

Mit diesem Slogan fasste Ralf Schramm die Ziele der ÖDP für die nächste Wahlperiode des Gemeinderats zusammen. Mit ihm an der Spitze der Verwaltung, so versprach der 61-Jährige, werde es einen „offenen Dialog zwischen Bürgermeister, Gemeinderat und Bürgern“ geben. Gemäß der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern wollten er und seine Mitstreiter die Rolle des Gemeinderats als Vertretung der Bürger sowie als Überwachungsorgan der Verwaltung mit Leben erfüllen.

„Wir wollen den Bürger fit machen für den Umgang mit den Behörden“, ist ein weiterer Punkt aus dem künftigen Wahlprogramm der ÖDP, den Schramm zitierte. So sollen die Bürger darüber informiert und aufgeklärt werden, wie eine Gemeinde funktioniert. Weiter ins Detail geht dann schon die Darstellung von Hintergründen und Prinzipien gemeindlicher Großprojekte wie zum Beispiel die Bauleitplanung und damit die Zusammenhänge von Flächennutzungsplänen und der Entwicklung von Baugebieten.

Die ÖDP steht nach den Worten ihres Frontmannes für eine „nachhaltige Gemeindeentwicklung, bei der dem Flächenverbrauch und der Oberflächenversiegelung im kommunalen Bereich wo immer möglich entgegengewirkt wird“. Gleichzeitig wolle man der „Ressource Kulturlandschaft, der Biodiversität und einem wirksamen Biotopverbund besonderes Augenmerk schenken“. Für Projekte und die zukünftige Entwicklung der Kommune solle das Bürgerengagement gefördert werden, heißt es bei der ÖDP.

Mehr Transparenz in der Gemeindepolitik

Ein zentraler Punkt im Programm seiner Partei ist laut Schramm die Transparenz der Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung. Gemeinderatsbeschlüsse aus öffentlichen und nicht öffentlichen Sitzungen im Falle des Wegfalls des Geheimhaltungsgrundes sollen nach Meinung von Schramm und seinen Mitstreitern im Internet veröffentlicht werden, genauso wie Flächennutzungspläne, Satzungen oder die Geschäftsordnung des Gemeinderats. In einem offenen Meinungsaustausch zwischen Gemeinde und Bürgern seien Anregungen und Kritik „ausdrücklich erwünscht und ein wertvoller Nährboden für eine erfolgreiche Gemeindearbeit“.

Nachdem die anwesenden fünf ÖDP-Mitglieder und zwei weitere stimmberechtigte Parteifreie Ralf Schramm am Montagabend im Gasthaus Huber in Oberwangenbach einstimmig zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt hatten, leitete Versammlungsleiter Bernd Wimmer zur Aufstellung der Liste über. Der Mainburger ÖDP-Vorsitzende freute sich sehr, nach Volkenschwand (wir berichteten) jetzt auch in Attenhofen mit einem eigenen Vorschlag in die Kommunalwahl gehen zu können. „Das ist Demokratie“, so Wimmer, der seinen Parteifreunden für den 15. März 2020 genauso wie Kreisrat Konrad Pöppel viel Erfolg wünschte.

Listenvorschlag einstimmig angenommen

Die ebenfalls einstimmig verabschiedete Liste führt Ralf Schramm als Spitzenkandidat an. Der 61-Jährige wuchs in einem kleinen Ort im Taunus nahe Frankfurt auf. Nach dem Physikstudium in der Mainmetropole promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München in Experimenteller Physik und arbeitete am Forschungsreaktor in Garching. Seit 27 Jahren leben er und seine Ehefrau Enikö in Walkertshofen. Einen Namen machte sich Schramm, als er den Geschichtsverein Walkertshofen gründete, dem er sieben Jahre vorstand. Weiter engagiert er sich im Verein der „Rechtler“, ein Zusammenschluss, der für private Holznutzungsrechte in kommunalen Wäldern kämpft.

Auf Platz 2 der Liste steht Olga Rubaniuk. Die 55-Jährige wohnt seit zehn Jahren in Walkertshofen und ist seit 2018 ÖDP-Mitglied. Auch sie tritt nach eigenen Worten für eine aktive Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene ein, ganz so, wie sie es als Grundschullehrerin ihren Schülern vermittelt. Ihr Gatte Jens Niering, 54 Jahre alt und freiberuflicher Fotograf, folgt auf Platz 3. Sein Ziel ist es nach eigener Aussage, die technischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Bürger untereinander besser zu vernetzen.

Klaus Dengler aus Pötzmes nimmt Platz 4 ein. Der 59-jährige Elektroniker aus Pötzmes unterstützt die Ziele der ÖDP nach eigenem Bekunden bereits seit vielen Jahren. Enikö Schramm, die Gattin von Ralf Schramm, lebt seit bald 30 Jahren in Bayern und fühlt sich nach eigener Aussage hier sehr wohl. Die 63-jährige gebürtige Ungarin würde sich auf kommunaler Ebene und insbesondere in ihrem Heimatdorf mehr Transparenz in der Politik wünschen, weshalb sie hier „etwas ins Rollen“ bringen will, „sonst verändert sich ja nichts“.

Anni Wimmer kandidiert auf Platz 6. Die 68-Jährige aus Pötzmes will vor allem Ralf Schramm bei seiner Kandidatur unterstützen. Auf Platz 7 steht Maria Dengler aus Pötzmes, die lange Jahre als Kinderpflegerin in einem Kindergarten gearbeitet hat. Heute beschäftigt sie sich laut eigener Aussage viel mit Kräutern und ist auch Hopfenbotschafterin.

Anders als vor sechs Jahren, als er keinen Gegenkandidaten hatte und fast 92 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte, hat Bürgermeister Franz Stiglmaier mit Ralf Schramm bei seiner dritten Bewerbung um das höchste politische Amt in der Gemeinde nun also einen Herausforderer. Aber auch das ist für den Amtsinhaber keine völlig neue Situation. Denn bei seiner ersten Wahl 2008 hatte er es sogar mit drei Mitbewerbern zu tun und setzte sich schließlich in der Stichwahl gegen Josef Dasch von der Dorfgemeinschaft Walkertshofen mit 56,65 Prozent deutlich durch.

Fünfte Gruppierung auf dem Stimmzettel Neu ist bei der nächsten Kommunalwahl in dem 1 300-Seelen-Dorf, dass erstmals eine politische Partei ins Rennen geht, die das gesamte Gemeindegebiet abdeckt. Denn bisher sitzen vier Gruppierungen am Ratstisch, die aus den jeweiligen Ortsteilen kommen und wohl erneut antreten werden: die Dorfgemeinschaft Walkertshofen mit fünf Mandaten, die Unabhängige Wählergemeinschaft Attenhofen mit vier Mandaten, die Wählergruppe ehemalige Gemeinde Pötzmes mit zwei Mandaten und die Wählergemeinschaft Oberwangenbach/Thonhausen mit einem Mandat.

Ganz am Ziel ist die ÖDP mit ihrem Spitzenkandidaten Ralf Schramm nach der Nominierungsversammlung am vergangenen Montagabend noch nicht. Denn um bei der Kommunalwahl nächstes Jahr im März antreten zu können, ist noch eine hohe Hürde zu nehmen. Für die Zulassung des Wahlvorschlags sind jeweils 50 Unterschriften für den Bürgermeisterkandidaten und die Liste notwendig, die die Unterstützer in der Verwaltungsgemeinschaft in Mainburg zu leisten haben.

Der Mainburger ÖDP-Ortsvorsitzende Bernd Wimmer (rechts) und Kreisrat Konrad Pöppel (links) wünschten den ÖDP-Kandidaten viel Erfolg bei der Gemeinderatswahl im März nächsten Jahres (v.l.): Maria Dengler, Ralf Schramm, Jens Niering, Olga Rubaniuk, Enikö Schramm und Anni Wimmer; auf dem Bild fehlt Klaus Dengler. Foto: Bruckmeier

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