Lebensinseln im Garten und auf öffentlichen Flächen

David Seifert hielt interessanten Vortrag im Steinbacher Hopfenhaus

Auf Einladung der ÖDP Mainburg kamen am vergangenen Donnerstag abend viele interessierte Zuhörer zum Vortrag von David Seifert ins Hopfenhaus nach Steinbach. Seifert, von Beruf Kommunikationstrainer und Businessmoderator, ist seit vielen Jahren aktiv im Naturschutz. Als Moderator begleitet er regelmäßig Veranstaltungen des LBV, des BUND sowie der Stiftung für Mensch und Umwelt in Berlin. Seine Leidenschaft gehört der einheimischen Natur. David Seifert, der in Pörnbach bei Pfaffenhofen lebt, ging es in seinem Vortrag darum, die Auswirkungen intensiver Landnutzung und den Einsatz von Pestiziden auf unsere heimische Natur darzustellen und zu erklären, was jeder von uns tun kann, damit wieder mehr Natur in unseren Lebensalltag Einzug halten kann.

Zu Beginn brachte Mainburgs Natur- und Umweltreferent Konrad Pöppel (ÖDP) seine Freude darüber zum Ausdruck, dass David Seifert zum Thema "Hortus-Garten" referiert. Es kommen dabei die Philosophien des Naturgartens und der Permakultur zusammen und schaffen "Lebensinseln". Der Garten als Lebensinsel ist für Pöppel wichtiger denn je, da in der offenen Agrarlandschaft die Lebensinseln immer mehr verschwinden. Insbesondere da neben der Nutzung das üppige Wachsen von Wildpflanzen als Basis für die heimische Tierwelt zugelassen wird, ist der Hortus-Garten der notwendige Gegenpol zu den sterilen Gärten aus fremdländischen Pflanzen und Züchtungen.

Seifert wies in seinem Vortrag dann auch auf die weit verbreitete Nutzung von sogenannten Neophyten zur Gartengestaltung hin, also Pflanzen, die in Bayern nicht heimisch sind. David Seifert erklärte auf anschauliche Art, dass diese Pflanzen für unsere geliebten Insekten wenig bis keinen Nutzen haben. Den größten Teil des Vortrags ging es dann jedoch darum, wie jeder aus seinem Garten, egal wie groß, ein Paradies für Mensch und Tier schaffen und sogar bei Bedarf ökologischen Gemüseanbau mit minimalem Aufwand betreiben kann. Das vorgestellte Drei-Zonen-Modell liefert dazu eine einfache Anleitung. “Noch vor etwa 80 Jahren, als das Artensterben noch kein Thema war, sah unsere Landschaft ähnlich aus wie in einem Drei-Zonen-Garten”, so David Seifert. Das Drei-Zonen-Modell bringt für die Schaffung neuer Lebensräume moderne Ansätze wie den Naturgarten und die Permakultur zusammen. So entsteht eine Gartenkultur der Zukunft mit einem Touch der Romantik vergangener Zeiten. “Heute, wo das Artensterben eines unserer größten Herausforderungen ist, geht es darum, neue Lebenskonzepte für Stadt und Land zu entwickeln”, so der Naturkenner, "nämlich Konzepte, die wieder für eine Zunahme der Artenvielfalt sorgen.”

Als Naturschützer mit Leib und Seele betreibt David Seifert in Puch bei Pörnbach daher einen 2.500 Quadratmeter großen Schau- und Lehrgarten. Natürlich ist sein Garten auch nach dem Drei-Zonen-Modell von Markus Gastl gestaltet worden und trägt den Namen Hortus Statera, was soviel heißt wie “Der Garten im Gleichgewicht”. Der Schau- und Lehrgarten ist an sein ökologisch aus Holz gebautes Haus mit Dachbegrünung angeschlossen. Auf seinem Dach und auf der Blumenwiese im Garten finden seltene Pflanzen, die in unserer Agrarlandschaft weitestgehend ausgestorben sind, eine neue Heimat. Einmal pro Monat bietet er dort eine Führung an, um Interessierten zu zeigen, wie Wohnkonzepte der Zukunft aussehen können, die für eine Zunahme der Artenvielfalt sorgen. In seiner Freizeit berät der 34-jährige zum Thema Naturgarten und Naturschutz auf privaten und öffentlichen, sowie gewerblich genutzten Flächen. Er betreibt auch einen eigenen Online-Shop. Darin gibt es nur einheimische Pflanzen zu kaufen, betonte Seifert: “Pflanzen, die wirklich nützlich sind für Bienen und andere Insekten und dabei auch noch sehr schön aussehen.”

ÖDP-Ortsvorsitzender Bernd Wimmer bedankte sich bei David Seifert, der am Tag nach der Veranstaltung in Steinbach in die ÖDP eintrat, für den lebendigen und kurzweiligen Vortrag. Bernd Wimmer wies daraufhin, dass im Jahr 2018 in Bayern jeden Tag eine Fläche so groß wie 14 Fußballfelder unter Asphalt und Beton versiegelt wurden. "Dies darf keinesfalls so weitergehen. Wir müssen wenigstes die Naturflächen, die wir noch haben, sorgsam pflegen", merkte Wimmer an. Es stimmte ihn hoffnungsvoll, dass David Seifert mit seinem Vortrag und mit seinen konkreten Taten klar gemacht hat: Ja, es geht, jeder kann seinen Beitrag für Ökologie und Umwelt leisten.

von li. nach re.: ÖDP-Ortsvorsitzender Bernd Wimmer, ÖDP-Bürgermeisterkandidat und Stadtrat Konrad Pöppel, ÖDP-Stadträtin Annette Setzensack und Gast David Seifert, mittlerweile ebenso ÖDP-Mitglied.

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