22.04.2017

Starke Pflanzaktion für die Vielfalt

Bioland-Streuobsthof Stöckl, ÖDP Mainburg und Jagdverein Holledau setzen Zeichen für vielfältigen Lebensraum

von li. nach re.: Georg Stöckl, Bernd Wimmer und Rosi Brunschweiger von der ÖDP Mainburg bei der Pflanzaktion im "Paradies" in Oberempfenbach bei Mainburg

Oberempfenbach-Rohr-Mainburg. Georg Stöckl aus Rohr ist Ökolandbauberater, Landwirtschaftslehrer, Biobauer und Streuobstaktivist. Das geht ganz gut zusammen, auch wenn die Schauplätze dieser vier Berufungen nicht immer deckungsgleich sind. Während er als Ökoberater und als Lehrer im Staatsdienst in der Oberpfalz und in Mittelfranken unterwegs ist, erstreckt sich der Aktionsradius des Bio-Streuobstbauer mit der jüngsten Obstbaumpflanzaktion über den ganzen Landkreis Kelheim. Im Raum Mainburg entdeckte Georg Stöckl das „Paradies“, einen idyllisches Wiesenflecken mit knapp 50 Obstbaum-Hochstämmen und 500 m mehrreihigen Baum-und Strauchhecken. Begründet hat dieses Paradies vor über zwanzig Jahren der Landwirt und passionierte Jäger Hans Strauß aus Oberempfenbach. Als langjähriger Jagdpächter in seinem Heimatdorf hat Hans Strauß viele Stunden auf den Hochsitzen in seinem Paradies verbracht, Natur und Wildtiere beobachtet und dort ab und zu wohl auch auf ein Reh oder eine Wildschwein gezielt. Im Juni 2016 ist Hans Strauß verstorben, und seine Hofnachfolger Elisabeth und Stefan Huber suchten nach einer sinnvollen Weiternutzung dieses landschaftlichen Kleinodes Als Georg Stöckl im Februar die beiden jungen Leute wegen der zukünftigen Nutzung der Streuobstwiese ansprach, stieß er auf offene Ohren. In kurzer Zeit einigte man sich auf einen fairen Pachtvertrag und darauf, die noch freien Teilflächen mit weiteren Obstbaum-Hochstämmen zu bepflanzen.

Da Georg Stöckl bereits andernorts sehr positive Erfahrungen mit der Einbindung von örtlichen Schulen und  der Jägerschaft sammeln konnte, sprach er die Mainburger Schulen sowie weitere Gruppierungen an und traf die Vorbereitungen für eine große Pflanzktion vor den Osterferien. Leider musste die geplante Beteiligung von mehreren Klassen des Gabelsberger Gymnasiums Mainburg wegen nicht mehr verschiebbarer Schulaufgaben entfallen. Dafür fiel die Bitte um Unterstützung bei der ÖDP Mainburg, beim Imker Jürgen und bei der Gärtnergruppe der Transition Town-Bewegung aus Regensburg auf fruchtbaren Boden. Innerhalb von drei Arbeitstagen pflanzten die Aktiven, unter ihnen Bernd Wimmer, Manuela Wittmann und Rosi Brunschweiger von der ÖDP mit Erdbohrer und Spaten im Raster von 10 * 10 Metern mehr als 80 Hochstämme, meist  Apfelbäume von Mostobstsorten wie Rheinischer Bohnapfel, Brettacher, Roter Trierer Weinapfel, Zabergäu Renette und 15 weiteren, überwiegend alten Sorten. Stefan und Elisabeth Huber versorgten die frisch gepflanzten Bäumchen mit reichlich Wasser. Über den Jagdverein Holledau wurde die Pflanzaktion finanziell unterstützt.

In den nächsten 5-8 Jahren bekommen die Stämmchen einen regelmäßigen Erziehungsschnitt durch Streuobstbauer Georg Stöckl sowie eine jeweils im Frühjahr eine großzügig bemessene Kompostgabe, auf dass sie später regelmäßig  reiche Frucht für einen naturtrüben Bio-Streuobstapfelsaft tragen mögen – so wie ihre großen, von Hans Strauß gepflanzten  Brüder. In den nächsten Jahren werden im Oberempfenbacher Paradies immer wieder Obstbaumschnittkurse für interessierte Garten- und Naturfreunde angeboten werden. Vielleicht kommt dann auch einmal eine Schulklasse am Wandertag ins Paradies?