27.06.2017

ÖDP zu Besuch bei "fashion&more" in Freising

Mehrwert für alle: Fair und umweltbewusst hergestellte Textilien

Foto (Quelle: ÖDP Neustadt/Do.): die Besuchergruppe der ÖDP aus Mainburg und Neustadt/Do., zweiter von rechts, der Inhaber des "fashion&more", Günther Sesselmann, neben ihm Birgit Wack, ÖDP-Ortsvorsitzende aus Neustadt/Do. und ganz links Bernd Wimmer, Ortsvorsitzender der ÖDP Mainburg

Mit einer gesunden Portion Skepsis machten sich ÖDPler aus Neustadt/Do. und Mainburg auf den Weg nach Freising. Das Modegeschäft "fashion&more" in der dortigen Innenstadt, dass ausschliesslich Mode aus fairer Herstellung anbietet, war kürzlich das Ziel einer Informationsfahrt. Der Inhaber des Bekleidungshauses, Günther Sesselmann, führte die Gruppe durch seinen seit 2014 in dieser Form geführten Laden und vermittelte viel Hintergrundwissen.

Der 55-jährige arbeitet seit 30 Jahren in der Textilbranche und machte sich nach seinem Studium selbstständig. Jahrelang störte Sesselmann der beißend stechende Geruch, wenn er Kartons mit konventioneller Kleidungsware öffnete. Da sich er und seine Familie seit langem mit Biolebensmitteln ernährten und einen gesunden Lebenstil führten, konnte und wollte er nicht länger chemisch hergestellte Textilien tragen und verkaufen. Das endgültige Aha-Erlebnis, dass Anlaß für ein Umdenken bei Günther Sesselmann war, hatte er 2014, als in Bangladesch eine Textilfabrik explodierte und dabei fast 2000 Arbeiter umkamen. „Die Menschen dort sind es, die für unseren Billigkonsum bezahlen müssen," erkannte Sesselmann.

Würde ein derartiges neues, nachhaltiges, faires, sowie unter vernünftigen sozialen und ökologischen Bedingungen konzipiertes Geschäftsmodell überhaupt aufgehen? Die Besuchergruppe um die ÖDP-Ortsvorsitzenden Birgit Wack (Neustadt/Do.) und Bernd Wimmer (Mainburg) konnten sich in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass dem so ist. Im "fashion&more", das auf drei Stockwerken eine riesige Auswahl für jedermann bietet, kann man die hochwertige Verarbeitung von handgelesener Baumwolle, Eukalyptusfaser, Hanf-oder Bambusgemischen auf der Haut spüren. Qualität hat immer einen Preis, aber hier ist es eben die echte Qualität, die den Preis bestimmt und nicht ein Markenname. Das Einkaufserlebnis wird dadurch zu etwas Besonderem, weil diese Produkte fair hergestellt sind und aus gesundheitlich unbedenklichen Materialien bestehen. Birgit Wack: "Man möchte als Kundin einfach ohne schlechtem Gewissen gute nachhaltige Kleidung kaufen und einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner haben." Auch auf der Homepage www.fashionandmore-freising.de können mittlerweile über 2.000 Produkte für nachhaltiges Leben bestellt werden.

„Ich sage zu meinen männlichen Kunden, der Kleiderschrank ist wie ein gut sortierter Werkzeugkoffer. Ihr könnt jederzeit alles miteinander kombinieren und tragen“, erläuterte Günther Sesselmann. Farben und Schnitte sollten also immer zueinander passen. Zu viele Kleidungsstücke und vor allem Billigkleidung sollte man vermeiden, zuvorderst wegen der Kinderarbeit und den kargen Löhnen in den produzierenden Ländern. Ebenso sind die Wassermengen, die für die Herstellung von T-Shirts, Hemden und Hosen benötigt werden, erschreckend: für 1 kg Baumwolle werden bis zu 29.000 Liter Wasser verbraucht. Für die Faserpflanzen Hanf und Leinen ist der Wasserverbrauch dagegen deutlichst geringer. "Weniger Konsum, dafür mehr Qualität!", erkannten Sesselmann und die ÖDPler übereinstimmend. Leider gibt es einen wahren Siegel-"Dschungel" für Kleidung aus fairer und ökologischer Herstellung. Günther Sesselmann zufolge sind die besten Zertifikate "GOTS", "Fair Trade" und "Fair Wear Foundation". Birgit Wack und Bernd Wimmer bedankten sich bei Herrn Sesselmann für dessen ausführliche Informationen und die fachmännische Führung durch das "fashion&more". Wimmer, ÖDP-Ortsvorsitzender in Mainburg, wies darauf hin, dass seine Heimatstadt seit 2014 Fairtradestadt ist: "So ein faires Bekleidungsgeschäft wie in Freising fehlt bei uns aber noch und wünsche ich mir für Mainburg auch!"