27.04.2018

Bernd Wim­mer führt wei­ter­hin Öko­par­tei

Mit Kon­rad Pöp­pel und An­net­te Set­zen­sack jetzt zwei Stell­ver­tre­ter - Enorm flei­ßig

Der Vorstand der Mainburger ÖDP mit den drei Vorsitzenden Bernd Wimmer, Konrad Pöppel und Annette Setzensack (stehend Mitte), flankiert von den beiden Wahlleitern Peter-Michael Schmalz (links) und Ferdinand Hackelsperger (hinten rechts). Foto: Hagl

Erste Seite Lokalteil Hallertauer Zeitung vom 26.04.2018 / Von Georg Hagl

Mainburg. Bernd Wimmer bleibt weitere zwei Jahre an der Spitze des äußerst rührigen ÖDP-Ortsverbandes. Das Votum für ihn und seine Vorstandsriege am Montag auf der Jahreshauptversammlung beim Seidlbräu fiel einstimmig aus. Seit dem Jahr 2008 steht der Steinbacher mittlerweile an der Spitze der Ökopartei, geht damit in seine sechste Amtsperiode. Mit den beiden amtierenden Stadträten Konrad Pöppel und Annette Setzensack (bisherige alleinige „Vize“) wählte die Versammlung jetzt zwei gleichberechtigte Stellvertreter. Rolf Delventhal fungiert weiterhin als Schriftführer. Den Vorstand ergänzen insgesamt zwölf Beisitzer. Es sind dies Maria Höflsauer, Ernst Christof und Edda Hein aus dem Mainburger VG-Bereich sowie Eva Aschenbrenner, Manuela Wittmann, Alois Zilker, Alfons Frisch, Rosi Brunschweiger, Helene Ruhfaß, Agnes Ertl, Walter Gabriel und Gudrun Lindner. Die Wahl wurde geleitet von Kreisvorsitzendem Peter-Michael Schmalz und ÖDP-Kreisrat Ferdinand Hackelsperger.

Bernd Wimmer wollte mit dieser Versammlung keinesfalls bereits den Wahlkampf eröffnen, wie dies CSU und SLU unlängst getan hätten, für ihn auf „völlig indiskutable Art“. Mit Blick auf das Geleistete über all die Jahre empfahl der Vorsitzende auf die umfangreiche Homepage der ÖDP zu schauen, wo sich nicht nur alle Artikel dazu befinden. Aktuell zählt der Ortsverband 56 Mitglieder. Sehr gut angenommen werde die eigene Facebook-Seite, stellte er gerade auch im Hinblick auf den Bauernmarkt fest. Gleichzeitig listete er die Fairtrade-Entwicklung, das Mai-Repaircafé oder die neugegründete Bund Naturschutz-Ortsgruppe auf - allesamt Initiativen, die aus den Reihen der ÖDP entstanden seien. Derzeit verfolgt werden zwei Volksbegehren mit den Titeln „Betonflut eindämmen“ (gegen den Flächenfraß) und „Artenvielfalt“, mit dem ein Biotopverbund über ganz Bayern angestrebt wird und dem Arten- und insbesondere auch Bienensterben Einhalt geboten werden soll.

Als Negativbeispiel vorbereitet hatte Wimmer einen Film zur Landesgartenschau Würzburg, die mit Garten und Natur recht wenig zu tun habe, stattdessen jede Menge Beton und Pflaster biete, so die Erkenntnis. Stichpunktartig blickte er auf die Aktivitäten in den zurückliegenden beiden Jahren. Beim „Ramadama“ nehme jedes Jahr die Müllmenge zu, konstatierte Wimmer. Fest im Terminkalender steht seit Jahren der Bauernmarkt - heuer am 29. September. Veranstaltungen zur Nitratbelastung im Grundwasser und ein Vortrag von Angela Müller zum Thema „Welche Agrarpolitik brauchen wir wirklich?“ im Steinbacher Hopfenhaus fanden viele Interessierte. An Demos nahm man in Berlin und Landshut statt. Wimmer freute sich über das Lob der ehemaligen ÖDP-Bundesvorsitzenden Gabriela Schimmer-Göresz. Demnach „ist die ÖDP Mainburg mit der aktivste Ortsverband bundesweit“. Infostände gab es gegen die geplante Mainburger Ortsumgehung der B 301, wobei man auch im engen Kontakt zur Bürgerinitiative Rudelzhausen steht. In diversen Leserbriefen tat man dazu seine Meinung kund. Gleichzeitig fanden Begehungen der rund 7,5 Kilometer langen Trasse statt. Mittlerweile hat die ÖDP bereits knapp 800 Unterschriften gesammelt, obwohl eigentlich noch gar nicht großartig dafür geworben worden sei, so Wimmer.

Gründen will man einen „Arbeitskreis B 301“, die ersten Sitzungen zunächst ÖDP-intern, dann offen für alle Bürger. Auftakttreffen ist am 9. Juni. Besprochen werden soll zunächst die Analyse des Ist-Zustandes des Verkehrs auf der B 301 durch Mainburg. Ebenso werden mögliche wünschenswerte Maßnahmen diskutiert, um auf dieser Strecke die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Verkehrsfluss zu verbessern, ebenso das weitere mittelfristige Vorgehen. Ebenso wünschte er sich ein Bürgerbeteiligungskonzept, wie im Falle Ingolstadt beschlossen. Störend und womöglich gefährlich stufte Wimmer die wilde Asphaltschuttablagerung seit Mitte letzten Jahres an der Abens bei der Köglmühle - mitten im Überschwemmungsgebiet - ein. Dabei handelt es sich um Straßenmaterial, das aufgrund der Breitbandausbauarbeiten dort auf städtischem Grund lagert - offiziell genehmigt nur für die Dauer von vier Wochen. Allerdings ist der ausführenden rumänischen Firma bereits gekündigt, belangt werden könnte nur das ausführende Unternehmen und nicht die Telekom, stellte Konrad Pöppel dazu fest. Prüfungen des Schutts durch das Landratsamt hätten mittlerweile ergeben, dass sich in dem Material kein Teer befindet, der krebserregend und verboten sei, wurde deutlich. Angeblich würde bei einer Überschwemmung keine Gefahr davon ausgehen. In Planung befinden sich bei der ÖDP ein Vortrag und Gespräch zum Thema „Plastikfrei leben“ und weitere Infostände mit Unterschriftensammlungen für die Volksbegehren der ÖDP und zur Ortsumfahrung. Zur Demo gegen das neue „Polizeiaufgabengesetz“ geht es am 10. Mai nach München. Zum Thema „Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“ spricht am 14. Mai Christian Artner-Schedler von Pax christi Augsburg im Seidlbräu. Weiter findet eine öffentliche Ortsversammlung der ÖDP am 11. Juni beim Seidlbräu statt, und eine Drei-Tages-Fahrt nach Luxemburg zum Europa-Abgeordnete Klaus Buchner ist im September geplant.